ERGOTHERAPIE · PÄDIATRIE

Kinder stärken.
Alltag erleichtern.

Ergotherapie unterstützt Kinder und Jugendliche dabei, Fähigkeiten zu entwickeln, die sie für ihren Alltag, ihre Selbstständigkeit und ihre Teilhabe benötigen.

Dabei steht nicht allein eine Diagnose im Mittelpunkt, sondern die Frage: Was fällt dem Kind im Alltag schwer – und was können wir gemeinsam verändern, damit es besser gelingt?

PÄDIATRISCHE ERGOTHERAPIE

Nicht die Diagnose.
Sondern der Alltag zählt.

Kinder entwickeln sich unterschiedlich. Manche benötigen auf ihrem Weg zusätzliche Unterstützung – zum Beispiel bei Bewegung, Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Feinmotorik oder bei alltäglichen Aufgaben.

In der Ergotherapie schauen wir gemeinsam darauf, welche Situationen dem Kind Schwierigkeiten bereiten, welche Fähigkeiten bereits vorhanden sind und welche konkreten Ziele für das Kind und seine Familie wichtig sind.

Die Therapie wird individuell an das Alter, die Fähigkeiten, Interessen und Bedürfnisse des Kindes angepasst.

WANN KANN ERGOTHERAPIE HELFEN?

Wenn alltägliche Dinge
zur Herausforderung werden.

Die Gründe für eine ergotherapeutische Behandlung können sehr unterschiedlich sein. Häufig zeigen sich Schwierigkeiten nicht nur in einer einzelnen Fähigkeit, sondern in konkreten Situationen zu Hause, in der Kita, in der Schule oder in der Freizeit.

01

Feinmotorik

Schwierigkeiten beim Malen, Schreiben, Schneiden, Basteln, beim Umgang mit kleinen Gegenständen oder bei anderen feinmotorischen Tätigkeiten.

02

Grobmotorik & Koordination

Unsicherheiten bei Bewegungsabläufen, Gleichgewicht, Koordination, Ballspielen oder anderen motorischen Anforderungen des Alltags.

03

Wahrnehmung

Schwierigkeiten bei der Verarbeitung und Einordnung von Sinneseindrücken, der Körperwahrnehmung oder der Orientierung im eigenen Körper und im Raum.

04

Aufmerksamkeit

Schwierigkeiten, bei einer Aufgabe zu bleiben, relevante Informationen auszuwählen, Ablenkungen auszublenden oder Aufgaben konzentriert zu Ende zu führen.

05

Handlungsplanung

Schwierigkeiten dabei, Aufgaben zu beginnen, einzelne Handlungsschritte zu planen, sinnvoll zu strukturieren und selbstständig umzusetzen.

06

Selbstregulation

Schwierigkeiten im Umgang mit Impulsen, Frustration, Belastung oder wechselnden Anforderungen des Alltags.

07

Graphomotorik

Schwierigkeiten bei Stifthaltung, Stiftführung, Schreibbewegungen, Kraftdosierung oder einem flüssigen und gut bewältigbaren Schreibprozess.

08

Selbstständigkeit

Unterstützung bei alltäglichen Tätigkeiten wie Anziehen, Umgang mit Besteck, Schleife binden, Organisation der eigenen Sachen oder anderen altersentsprechenden Aufgaben.

09

Schule & Lernen

Schwierigkeiten bei Arbeitsorganisation, Konzentration, Ausdauer, Schreiben oder beim selbstständigen Bewältigen schulischer Anforderungen.

10

Spiel & soziale Situationen

Unterstützung bei Spielentwicklung, gemeinsamen Aktivitäten, dem Einhalten von Regeln oder der Bewältigung sozialer Alltagssituationen.

MÖGLICHE BEHANDLUNGSANLÄSSE

Ergotherapie kann beispielsweise helfen bei …

Eine ergotherapeutische Behandlung kann bei unterschiedlichen Diagnosen, Entwicklungsauffälligkeiten oder Einschränkungen sinnvoll sein.

Entscheidend ist dabei immer, wie sich die jeweilige Situation auf die Handlungsfähigkeit und den Alltag des Kindes auswirkt.

Entwicklungsverzögerungen
Motorischen Entwicklungsstörungen
Umschriebenen Entwicklungsstörungen motorischer Funktionen (UEMF)
Auffälligkeiten der Fein- oder Grobmotorik
Schwierigkeiten der Wahrnehmungsverarbeitung
Aufmerksamkeits- und Konzentrationsproblemen
ADHS / ADS
Autismus-Spektrum-Störungen
Schwierigkeiten der Selbstregulation und Impulssteuerung
Graphomotorischen Schwierigkeiten
Neurologischen Erkrankungen und Beeinträchtigungen
Infantiler Cerebralparese
Einschränkungen nach Verletzungen oder Operationen

Diese Aufzählung stellt lediglich eine Auswahl möglicher Behandlungsanlässe dar. Ob Ergotherapie im individuellen Fall sinnvoll ist, richtet sich nach der persönlichen Situation und dem ärztlich festgestellten Behandlungsbedarf.

ZIELE, DIE IM ALLTAG ANKOMMEN

Was soll für Ihr Kind
leichter werden?

Ein Therapieziel sollte nicht nur auf dem Papier gut klingen. Es sollte für das Kind in seinem Alltag einen Unterschied machen.

„ Sich morgens selbstständiger anziehen.
„ Sicherer mit Stift und Schere umgehen.
„ Bei den Hausaufgaben länger bei einer Aufgabe bleiben.
„ Bewegungsabläufe sicherer koordinieren.
„ Den Schulalltag besser organisieren.
„ Mit Frustration und schwierigen Situationen besser umgehen.
THERAPIE & METHODEN

Was machen wir
in der Ergotherapie?

Welche Methoden zum Einsatz kommen, richtet sich nach den vereinbarten Therapiezielen und den individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen des Kindes.

Therapie darf dabei spielerisch sein – gleichzeitig verfolgt jede therapeutische Aktivität ein konkretes Ziel.

01

Spielerische & betätigungsorientierte Therapie

Therapeutische Inhalte werden so gestaltet, dass sie zum Alter, zu den Interessen und zu den Zielen des Kindes passen und eine aktive Mitarbeit ermöglichen.

02

Feinmotorik & Geschicklichkeit

Gezielte Aufgaben können Handgeschicklichkeit, Fingerbeweglichkeit, Koordination und einen sicheren Umgang mit verschiedenen Materialien fördern.

03

Graphomotorik & Schreiben

Je nach Bedarf können unter anderem Stifthaltung, Kraftdosierung, Schreibbewegungen und ein funktioneller Schreibablauf erarbeitet werden.

04

Wahrnehmung & Sensorik

Übungen und Aktivitäten können dazu dienen, Körperwahrnehmung und die Verarbeitung verschiedener Sinneseindrücke gezielt zu unterstützen.

05

Motorik, Gleichgewicht & Koordination

Bewegungsangebote können genutzt werden, um motorische Sicherheit, Koordination, Gleichgewicht und Bewegungsplanung zu fördern.

06

Aufmerksamkeit & Konzentration

Gemeinsam werden Strategien erarbeitet und erprobt, die dem Kind helfen können, Aufgaben strukturierter und zunehmend selbstständig zu bewältigen.

07

Handlungsplanung

Komplexere Aufgaben können gemeinsam geplant, in überschaubare Schritte gegliedert und anschließend praktisch erprobt werden.

08

Selbstregulation

Gemeinsam können Strategien entwickelt werden, um mit Frustration, Impulsen, Anspannung oder herausfordernden Situationen besser umzugehen.

09

Alltagstraining

Konkrete Alltagstätigkeiten können direkt geübt und passende Strategien für zu Hause, Schule oder Kita entwickelt werden.

10

Motivation & Erfolgserlebnisse

Besonders bei Kindern ist es wichtig, Fortschritte sichtbar zu machen. Je nach Kind können beispielsweise positive Verstärkung oder individuell gestaltete Punkteprogramme eingesetzt werden.

11

Elternberatung

Therapeutische Strategien werden gemeinsam besprochen, sodass hilfreiche Ansätze möglichst auch im häuslichen Alltag weitergeführt werden können.

12

Hilfsmittel & Anpassungen

Wenn sinnvoll, können geeignete Hilfsmittel, Anpassungen oder Veränderungen von Alltagssituationen gemeinsam erprobt und besprochen werden.

MIR IST WICHTIG

Therapie auf
Augenhöhe.

Auch Kinder sollen verstehen dürfen, woran wir gemeinsam arbeiten – und erleben, dass ihre Meinung dabei zählt.

Mir ist wichtig, mit Kindern auf Augenhöhe zu arbeiten. Gemeinsam suchen wir nach einem Weg, der für das jeweilige Kind funktioniert. Dabei dürfen therapeutische Aufgaben spielerisch sein und Spaß machen.

Gerade Kinder brauchen Erfolgserlebnisse. Therapie sollte deshalb nicht ausschließlich zeigen, was noch nicht funktioniert, sondern auch sichtbar machen, was bereits gelingt und welche Fortschritte erreicht wurden.

Die individuellen Stärken und Interessen des Kindes können dabei gezielt genutzt werden, um Motivation aufzubauen und neue Fähigkeiten zu entwickeln.

DER ABLAUF

Was erwartet Sie
zu Beginn?

Eine gute Therapie beginnt für mich damit, die Situation des Kindes und der Familie möglichst genau zu verstehen.

01
ERSTER TERMIN

Ausführliches Anamnesegespräch mit den Eltern

Der erste Termin findet nach Möglichkeit ausschließlich mit den Eltern beziehungsweise Sorgeberechtigten statt.

Dabei sprechen wir ausführlich über die Entwicklung des Kindes, die aktuelle Situation, bestehende Schwierigkeiten, bisherige Erfahrungen und die Erwartungen an die Therapie.

Warum zunächst ohne Kind?

In einem Anamnesegespräch müssen häufig auch Schwierigkeiten, Sorgen und Dinge besprochen werden, die dem Kind noch nicht gut gelingen. Ich möchte vermeiden, dass ein Kind daneben sitzt und erlebt, wie ausführlich über seine vermeintlichen Defizite gesprochen wird.

Gleichzeitig haben Eltern so die Möglichkeit, Fragen und Beobachtungen offen anzusprechen.

02
KENNENLERNEN & BEFUNDERHEBUNG

Das Kind kennenlernen

Ab der folgenden Einheit steht das Kind im Mittelpunkt. Ich lerne es in Ruhe kennen und beobachte, wie es unterschiedliche Aufgaben und Situationen bewältigt.

Wenn es für die jeweilige Fragestellung sinnvoll ist, können ergänzend standardisierte oder strukturierte Testverfahren eingesetzt werden – beispielsweise Verfahren zur visuellen Wahrnehmung, Motorik oder auditiven Verarbeitung.

Welche Befunderhebung sinnvoll ist, wird individuell entschieden. Nicht jedes Kind benötigt die gleichen Tests.

03
GEMEINSAME ZIELE

Was soll sich im Alltag verändern?

Auf Grundlage des Anamnesegesprächs, der Beobachtungen und gegebenenfalls der Testergebnisse werden konkrete Therapieziele entwickelt.

Dabei geht es nicht nur darum, was aus therapeutischer Sicht sinnvoll erscheint. Die Ziele sollen für das Kind und seine Familie im Alltag relevant sein.

04
THERAPIE

Gemeinsam ausprobieren, üben und Lösungen finden

Die weitere Therapie wird passend zu den vereinbarten Zielen gestaltet. Dabei können spielerische Aufgaben, gezielte Übungen, Alltagssituationen und gemeinsam entwickelte Strategien miteinander kombiniert werden.

05
AUSTAUSCH

Eltern bleiben Teil der Therapie

Nach den Therapieeinheiten ist mir ein kurzer Austausch mit den Eltern wichtig. So können Beobachtungen, Fortschritte, aktuelle Schwierigkeiten und neue Strategien regelmäßig besprochen werden.

Denn vieles, was wir gemeinsam in der Therapie erarbeiten, kann besonders dann hilfreich werden, wenn passende Ideen auch im Alltag zu Hause aufgegriffen und weitergeführt werden.

GEMEINSAM MIT DEN ELTERN

Therapie endet nicht
an der Praxistür.

Eltern kennen ihr Kind und seinen Alltag am besten. Deshalb sind sie wichtige Partner im Therapieprozess.

Mir ist ein regelmäßiger Austausch wichtig. Gemeinsam können wir überlegen, welche Strategien sich zu Hause sinnvoll umsetzen lassen und welche Veränderungen tatsächlich hilfreich sind.

Dabei geht es nicht darum, den Familien möglichst viele zusätzliche „Übungen“ aufzutragen. Vielmehr sollen therapeutische Ideen möglichst sinnvoll in bereits vorhandene Alltagssituationen integriert werden.

GEMEINSAM MEHR VERSTEHEN

Zusammenarbeit mit
dem Umfeld des Kindes.

Kinder bewegen sich in unterschiedlichen Lebensbereichen. Wenn es sinnvoll und organisatorisch möglich ist, kann deshalb auch der Austausch mit weiteren Bezugspersonen und Fachbereichen hilfreich sein.

Kita & Kindergarten
Schule
Ärztinnen & Ärzte
Logopädie
Physiotherapie
Psychologie & Psychotherapie
Frühförderung
Weitere Bezugspersonen

Ein Austausch mit anderen Einrichtungen oder Fachpersonen erfolgt selbstverständlich nur, wenn die entsprechenden Voraussetzungen beziehungsweise Einwilligungen vorliegen.

THERAPIE VOR ORT

Ergotherapie in der Kita

Wenn ein Hausbesuch entsprechend verordnet wurde, kann die ergotherapeutische Behandlung auch außerhalb meiner Praxis stattfinden.

Gerne biete ich – soweit organisatorisch möglich – auch Behandlungen in Kindertageseinrichtungen an. Voraussetzung ist unter anderem, dass für die Therapie ein geeigneter separater Raum zur Verfügung gestellt werden kann.

Ob eine Behandlung in der Kita im individuellen Fall möglich und sinnvoll ist, besprechen wir gemeinsam.

Zwickau · Glauchau · Crimmitschau
DER WEG ZUR ERGOTHERAPIE

Sie haben eine Verordnung erhalten?

Ergotherapie kann ärztlich verordnet werden. Eine Verordnung kann – abhängig von der jeweiligen Situation – durch verschiedene Ärztinnen und Ärzte ausgestellt werden.

Mit der Verordnung können Sie sich direkt bei mir melden. Gemeinsam vereinbaren wir anschließend einen Termin für das erste Anamnesegespräch.

Kontakt aufnehmen
PÄDIATRIE

Gemeinsam herausfinden,
was funktioniert.

Jedes Kind bringt andere Fähigkeiten, Interessen und Herausforderungen mit. Genau deshalb darf auch Therapie unterschiedlich aussehen.