ERGOTHERAPIE · PSYCHIATRIE

Wieder ins Handeln kommen –
im eigenen Tempo.

Psychische Erkrankungen können verändern, wie wir unseren Alltag erleben und bewältigen. Dinge, die früher selbstverständlich waren, können plötzlich viel Kraft kosten oder kaum noch gelingen.

Ergotherapie kann dabei unterstützen, wieder Struktur zu finden, Handlungsmöglichkeiten zu entdecken und Schritt für Schritt einen Alltag zu gestalten, der nicht nur bewältigt werden muss, sondern sich auch wieder nach dem eigenen Leben anfühlt.

PSYCHIATRISCHE ERGOTHERAPIE

Der Mensch ist mehr
als seine Diagnose.

Eine psychische Erkrankung kann einen großen Teil des Lebens einnehmen. Sie beschreibt aber niemals den ganzen Menschen.

Jeder Mensch bringt eigene Erfahrungen, Interessen, Rollen, Fähigkeiten, Bedürfnisse, Stärken und auch Schwierigkeiten mit. Genau diese Individualität ist für mich ein wichtiger Ausgangspunkt der Therapie.

Deshalb schauen wir nicht ausschließlich darauf, was gerade nicht funktioniert. Ebenso wichtig ist: Was funktioniert noch? Was ist Ihnen wichtig? Was möchten Sie verändern – und was möchten Sie wieder Teil Ihres Lebens werden lassen?

MEIN LEITGEDANKE

Wenn Sie in den Spiegel schauen,
sollen Sie sich selbst sehen –
nicht Ihre psychische Erkrankung.

WIE KANN ERGOTHERAPIE HELFEN?

Nicht nur darüber sprechen.
Wieder etwas tun können.

Psychische Belastungen zeigen sich häufig ganz konkret im Alltag.

Vielleicht fehlt morgens die Kraft aufzustehen. Der Haushalt wächst über den Kopf. Termine werden zur Belastung. Die Konzentration reicht nicht mehr für die Arbeit. Eigene Bedürfnisse geraten aus dem Blick oder früher wichtige Tätigkeiten verschwinden zunehmend aus dem Leben.

Genau dort setzt Ergotherapie an.

Wir sprechen über Schwierigkeiten – aber wir bleiben nicht ausschließlich beim Gespräch. Wir planen, probieren aus, werden aktiv, entwickeln Strategien und schauen gemeinsam, was sich davon in den persönlichen Alltag übertragen lässt.

MÖGLICHE BEHANDLUNGSANLÄSSE

Ergotherapie kann beispielsweise helfen bei …

Nicht allein die Diagnose entscheidet darüber, woran wir in der Therapie arbeiten. Entscheidend ist, wie sich die Erkrankung auf das persönliche Leben und die alltägliche Handlungsfähigkeit auswirkt.

Depressionen und depressiven Episoden
Rezidivierenden depressiven Erkrankungen
Angst- und Panikstörungen
Zwangsstörungen
Erschöpfungssymptomatik und Burnout
Anpassungsstörungen
Posttraumatischen Belastungsstörungen
Persönlichkeitsstörungen
Bipolaren Erkrankungen
Psychosomatischen Erkrankungen
Essstörungen
ADHS im Erwachsenenalter
Weiteren psychischen Erkrankungen mit Auswirkungen auf den Alltag

Die Aufzählung stellt mögliche Behandlungsanlässe dar. Ob und mit welcher Zielsetzung Ergotherapie sinnvoll ist, richtet sich immer nach der individuellen Situation, der ärztlichen Verordnung und dem ergotherapeutischen Befund.

PSYCHISCHE ERKRANKUNGEN IM ALLTAG

Wenn Selbstverständliches
plötzlich viel Kraft kostet.

Psychische Belastungen können sich auf sehr unterschiedliche Lebensbereiche auswirken.

01

Antrieb

Beginnen und Durchführen selbst kleiner Aufgaben fällt zunehmend schwer.

02

Tagesstruktur

Tage verlieren ihren Rhythmus und Verpflichtungen, Aktivität und Erholung geraten durcheinander.

03

Selbstfürsorge

Eigene Bedürfnisse, Körperpflege, Mahlzeiten oder Erholung geraten aus dem Blick.

04

Haushalt

Einkaufen, Kochen, Wäsche oder Ordnung können zunehmend überfordern.

05

Konzentration

Aufmerksamkeit, Gedächtnis und geistige Belastbarkeit können reduziert sein.

06

Stress

Belastungsgrenzen werden schwerer erkannt oder immer wieder überschritten.

07

Soziale Teilhabe

Kontakte werden weniger, soziale Situationen anstrengender oder Rückzug nimmt zu.

08

Freizeit & Interessen

Früher wichtige oder angenehme Tätigkeiten verlieren ihren Platz im Alltag.

09

Beruf

Arbeitsorganisation, Konzentration, Belastbarkeit und der Umgang mit Anforderungen können erschwert sein.

10

Selbstvertrauen

Das Gefühl, den eigenen Alltag beeinflussen und bewältigen zu können, kann verloren gehen.

SCHWERPUNKT DEPRESSION

Wenn selbst kleine Dinge
plötzlich große Kraft brauchen.

Eine Depression kann nahezu jeden Bereich des Alltags beeinflussen. Antrieb, Interesse, Konzentration und Belastbarkeit können abnehmen. Selbst einfache Tätigkeiten können sich plötzlich wie kaum überwindbare Aufgaben anfühlen.

Ergotherapie kann dabei helfen, diese Auswirkungen konkret im Alltag zu betrachten und gemeinsam Möglichkeiten zu entwickeln, wieder schrittweise ins Handeln zu kommen.

FACHLICHER SCHWERPUNKT

Vertiefte Kenntnisse zum Thema Depression.

Die ergotherapeutische Behandlung von Menschen mit Depressionen ist ein Bereich, mit dem ich mich auch im Rahmen einer umfangreichen Weiterbildung vertieft auseinandergesetzt habe.

ABGESCHLOSSENE FORTBILDUNG Depressionen in der Ergotherapie behandeln

Verständnis, Intervention und Rückfallprophylaxe

Die Inhalte fließen in die individuelle ergotherapeutische Befunderhebung, Zielsetzung und Therapieplanung ein.

DEPRESSION IM ALLTAG

Es ist nicht einfach nur
„keine Lust“.

Eine depressive Erkrankung kann die Fähigkeit, Aktivitäten zu beginnen, Entscheidungen zu treffen und den Alltag zu bewältigen deutlich beeinflussen.

Antriebsmangel Schon das Beginnen einer Aufgabe kann sehr viel Kraft kosten.
Interessenverlust Früher angenehme oder wichtige Tätigkeiten verlieren ihre Bedeutung.
Rückzug Kontakte und gemeinsame Aktivitäten werden zunehmend vermieden.
Fehlende Tagesstruktur Schlaf, Mahlzeiten, Verpflichtungen und Freizeit verlieren ihren Rhythmus.
Verminderte Belastbarkeit Aufgaben führen schneller zu Erschöpfung oder Überforderung.
Konzentrationsprobleme Lesen, Gespräche, Arbeit oder organisatorische Aufgaben können schwerer fallen.
Vernachlässigung alltäglicher Aufgaben Haushalt, Selbstversorgung oder organisatorische Aufgaben können sich ansammeln.
Grübeln Gedanken kreisen immer wieder um dieselben Themen und erschweren Aktivität und Erholung.
ANTRIEB & AKTIVITÄT

„Ich weiß, was ich tun müsste.
Aber ich bekomme es nicht hin.“

Genau an diesem Punkt kann Ergotherapie ansetzen.

Wenn eine Aufgabe im Moment zu groß erscheint, hilft es selten, einfach noch mehr Druck aufzubauen. Stattdessen schauen wir gemeinsam: Was macht das Beginnen gerade so schwierig?

Vielleicht muss eine Aufgabe kleiner werden. Vielleicht braucht sie einen festen Zeitpunkt. Vielleicht müssen zuerst andere Belastungen reduziert oder Prioritäten neu gesetzt werden.

Gemeinsam suchen wir nach Möglichkeiten, wie Aktivität wieder machbar werden kann – Schritt für Schritt und angepasst an die aktuelle Belastbarkeit.

KLEINE SCHRITTE

Ein großes Ziel darf
klein anfangen.

„Ich möchte meinen Alltag wieder schaffen“ kann ein wichtiges Ziel sein – für den Anfang aber viel zu groß.

Deshalb teilen wir große Ziele bei Bedarf in konkrete, erreichbare Schritte.

STATT

„Ich muss endlich wieder einen normalen Alltag haben.“

ZUM BEISPIEL

„Dienstags und donnerstags stehe ich vor 9 Uhr auf und frühstücke.“

ODER

„Einmal in der Woche gehe ich für 20 Minuten spazieren.“

Was für eine Person ein kleiner Schritt ist, kann für eine andere bereits eine große Leistung sein. Entscheidend ist deshalb nicht der Vergleich mit anderen, sondern die eigene Ausgangssituation.

TAGESSTRUKTUR

Dem Tag wieder
einen Rahmen geben.

Fehlende Struktur kann psychische Belastungen zusätzlich verstärken. Gleichzeitig kann es sehr schwer sein, aus eigener Kraft wieder einen verlässlichen Rhythmus aufzubauen.

Gemeinsam können wir betrachten, welche Strukturen hilfreich sind – ohne den gesamten Tag mit Aufgaben zu füllen.

Morgenroutine
Schlaf- und Wachrhythmus
Mahlzeiten
Haushalt
Termine
Bewegung
Erholung
Freizeit
Verpflichtungen
Wochenplanung
BEDEUTUNGSVOLLE BETÄTIGUNG

Es geht nicht darum,
einfach irgendwie beschäftigt zu sein.

Tätigkeiten können Struktur geben, Freude ermöglichen, Fähigkeiten sichtbar machen, soziale Kontakte schaffen oder das Gefühl vermitteln, selbst etwas bewirken zu können.

Deshalb interessiert uns nicht nur: „Was könnten Sie machen?“

Viel wichtiger sind Fragen wie:

Was war Ihnen früher wichtig?
Was hat Ihnen einmal Freude gemacht?
Was gibt Ihrem Tag Struktur?
Was möchten Sie wieder ausprobieren?
Was lässt Sie erleben: „Das kann ich“?
Was möchten Sie wieder in Ihrem Leben haben?
INTERESSEN & FREIZEIT

„Ich weiß gar nicht mehr,
was mir Freude macht.“

Auch das kann ein Ausgangspunkt für Ergotherapie sein.

Manchmal sind frühere Interessen durch eine psychische Erkrankung weit in den Hintergrund gerückt. Manchmal haben sich Interessen verändert. Und manchmal muss erst wieder ausprobiert werden, was heute überhaupt noch guttut oder Bedeutung hat.

Gemeinsam können frühere Tätigkeiten wieder aufgegriffen oder neue Möglichkeiten ausprobiert werden – ohne den Anspruch, dass etwas sofort Freude machen oder „funktionieren“ muss.

SELBSTFÜRSORGE

Sich selbst im Alltag
wieder mit einplanen.

Selbstfürsorge kann sehr unterschiedlich aussehen. Gemeinsam schauen wir, was im persönlichen Alltag tatsächlich hilfreich und realistisch ist.

01 Grundbedürfnisse

Essen, Schlaf, Körperpflege und andere grundlegende Bedürfnisse wieder verlässlicher berücksichtigen.

02 Erholung

Pausen und Regeneration nicht erst dann zulassen, wenn gar nichts mehr geht.

03 Eigene Bedürfnisse

Wahrnehmen, was gerade gebraucht wird und wo persönliche Grenzen liegen.

04 Angenehme Aktivitäten

Bewusst wieder Raum für Tätigkeiten schaffen, die guttun oder Bedeutung haben.

SELBSTWIRKSAMKEIT

Nicht nur wissen,
was theoretisch helfen könnte.

Sondern wieder erleben:
„Ich kann selbst etwas verändern.“

STRESSMANAGEMENT

Belastung erkennen,
bevor alles zu viel wird.

Stress lässt sich nicht immer vermeiden. Aber wir können lernen, ihn früher wahrzunehmen und bewusster mit Belastungen umzugehen.

01 Stressauslöser erkennen

Welche Situationen, Aufgaben oder Anforderungen führen regelmäßig zu hoher Belastung?

02 Frühwarnzeichen wahrnehmen

Woran merke ich, dass meine Belastungsgrenze näher rückt?

03 Prioritäten setzen

Was muss wirklich heute erledigt werden – und was darf warten?

04 Grenzen setzen

Eigene Belastungsgrenzen ernst nehmen und gegenüber anderen vertreten.

05 Nein sagen

Nicht jede Bitte und jede Erwartung muss automatisch übernommen werden.

06 Ausgleich schaffen

Aktivitäten finden, die Belastung ausgleichen und Regeneration ermöglichen.

„ICH MUSS WIEDER FUNKTIONIEREN.“

Es geht um mehr als
nur durchzuhalten.

Ein Alltag kann nach außen funktionieren und trotzdem dauerhaft zu viel Kraft kosten.

Das Ziel muss deshalb nicht sein, möglichst schnell wieder alle Anforderungen wie vorher zu erfüllen.

Gemeinsam kann ein Alltag entwickelt werden, der langfristig bewältigbar ist und neben Verpflichtungen auch Platz für Erholung, Interessen, soziale Kontakte und persönliche Bedürfnisse lässt.

Denn Leben sollte mehr sein als nur Überleben.

GRENZEN SETZEN

Nicht jedes Ja
muss ein Ja bleiben.

Eigene Grenzen wahrzunehmen und auszusprechen, kann schwierig sein – besonders wenn man es gewohnt ist, Erwartungen anderer zuerst zu erfüllen.

In der Therapie können wir Situationen betrachten, in denen Abgrenzung schwerfällt, und gemeinsam alltagstaugliche Möglichkeiten entwickeln.

PERFEKTIONISMUS

Manchmal darf
„gut genug“ reichen.

Sehr hohe Ansprüche können dazu führen, dass Aufgaben unverhältnismäßig viel Kraft kosten oder gar nicht erst begonnen werden.

Gemeinsam können Erwartungen hinterfragt, Aufgaben anders priorisiert und realistischere Maßstäbe für den Alltag entwickelt werden.

ENTSPANNUNG & REGULATION

Herausfinden,
was wirklich guttut.

Nicht jede Entspannungsmethode passt zu jedem Menschen. Deshalb können unterschiedliche Möglichkeiten ausprobiert und individuell ausgewählt werden.

01

Qi Gong

Ruhige Bewegungen können Körperwahrnehmung, Aufmerksamkeit und bewusste Regulation unterstützen.

02

Progressive Muskelrelaxation

Der Wechsel zwischen bewusster Anspannung und Entspannung verschiedener Muskelgruppen kann helfen, körperliche Spannung deutlicher wahrzunehmen.

03

Autogenes Training

Eine mögliche Methode, um bewusste Ruhephasen und Entspannung in den Alltag zu integrieren.

04

Fantasiereisen

Geführte Vorstellungen können eine Möglichkeit sein, Abstand vom Alltag zu gewinnen und Ruhe zu erleben.

ERGÄNZENDE QUALIFIKATION Basislehrgang Qi Gong

Elemente daraus können – wenn sie zur Person und zum Therapieziel passen – in die ergotherapeutische Behandlung einbezogen werden.

EMOTIONSREGULATION

Wahrnehmen, was gerade passiert.

Gefühle und Anspannung können den Alltag erheblich beeinflussen. Ein möglicher Bestandteil der Ergotherapie ist deshalb, eigene Reaktionen früher wahrzunehmen und hilfreiche Strategien für konkrete Alltagssituationen zu entwickeln.

Dabei kann es beispielsweise darum gehen, Gefühle besser wahrzunehmen und zu benennen, steigende Anspannung zu erkennen, Überforderung rechtzeitig zu bemerken oder persönliche Regulationsmöglichkeiten zu erarbeiten.

ANGST & VERMEIDUNG

Wenn Angst den Alltag immer kleiner macht.

Angst kann dazu führen, dass bestimmte Tätigkeiten, Situationen oder Orte zunehmend vermieden werden. Dadurch kann der eigene Handlungsspielraum immer kleiner werden.

Ergotherapeutisch betrachten wir vor allem, welche konkreten Alltagstätigkeiten und Möglichkeiten zur Teilhabe dadurch eingeschränkt sind und welche alltagsbezogenen Schritte sinnvoll sein können.

Eine psychotherapeutische Behandlung von Angststörungen oder psychotherapeutische Expositionsbehandlung ist nicht Bestandteil meines ergotherapeutischen Angebots.

GRÜBELN

Wenn Gedanken nicht zur Ruhe kommen.

Wiederkehrendes Grübeln kann viel Aufmerksamkeit und Energie binden.

Im ergotherapeutischen Rahmen können beispielsweise Tagesstruktur, konkrete Aktivitäten, Aufmerksamkeitslenkung und individuell hilfreiche Unterbrechungsstrategien betrachtet werden.

Dabei geht es nicht darum, belastende Gedanken einfach „wegzudenken“, sondern Möglichkeiten zu finden, trotz belastender Gedanken wieder mehr Handlungsspielraum im Alltag zu gewinnen.

KONZENTRATION & KOGNITION

Wenn Denken mehr Kraft kostet.

Psychische Erkrankungen können sich auch auf Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Planung und Konzentrationsfähigkeit auswirken.

Aufmerksamkeit

Bei einer Tätigkeit bleiben und Ablenkungen besser bewältigen.

Konzentration

Die Dauer geistiger Belastung schrittweise und angemessen aufbauen.

Planung

Aufgaben strukturieren und einzelne Handlungsschritte überschaubar machen.

Gedächtnis

Individuelle Strategien für Anforderungen des Alltags entwickeln.

Kognitives Training wird individuell abgestimmt. Es soll unterstützen und nicht zu einer zusätzlichen Überforderung werden.

AKTIV WERDEN

Therapie darf praktisch sein.

Ergotherapie bedeutet nicht nur, über Veränderungen zu sprechen. Tätigkeiten können bewusst genutzt werden, um etwas auszuprobieren, Fähigkeiten zu erleben und neue Erfahrungen zu machen.

Je nach Interesse und Therapieziel können beispielsweise gestalterische, handwerkliche oder alltagspraktische Tätigkeiten eingesetzt werden.

Malen verschiedene gestalterische Medien Makramee Papier & Pappe Häkeln kleine Holzarbeiten Kochen praktische Alltagstätigkeiten

Dabei geht es nicht um „Basteln gegen psychische Erkrankungen“. Eine Tätigkeit kann ganz unterschiedliche therapeutische Ziele haben.

Sie kann beispielsweise Konzentration, Planung, Ausdauer, Entscheidungsfähigkeit oder Selbstwirksamkeit ansprechen – oder einfach dabei helfen, wieder eine persönlich bedeutsame Aktivität zu entdecken.

BELASTBARKEIT

Mehr schaffen ist nicht automatisch besser.

Belastbarkeit kann schrittweise aufgebaut werden – ohne ständig über die eigene Grenze gehen zu müssen.

Eine konzentrierte Tätigkeit kann beispielsweise zunächst nur für eine kurze Zeit sinnvoll sein. Später kann die Dauer angepasst werden, wenn die aktuelle Situation dies zulässt.

Gemeinsam beobachten wir, wann Aktivität fördert und wann zusätzliche Belastung eher zu Überforderung führt.

ARBEIT & BERUF

Wieder arbeitsfähig werden – ohne sich selbst zu verlieren.

Wenn eine Rückkehr in den Beruf ein persönliches Ziel ist, können berufliche Anforderungen auch in der Ergotherapie berücksichtigt werden.

Arbeitsorganisation
Konzentrationsdauer
Belastbarkeit
Prioritäten setzen
Pausenmanagement
Umgang mit Stress
Eigene Grenzen erkennen
Schrittweiser Belastungsaufbau

Das Ziel ist nicht, möglichst schnell wieder jede Anforderung erfüllen zu können. Entscheidend ist eine möglichst tragfähige und langfristig bewältigbare Gestaltung.

RESSOURCEN

Nicht nur fragen:
„Was geht nicht?“

Gerade bei psychischen Erkrankungen ist es mir besonders wichtig, vorhandene Fähigkeiten und Ressourcen nicht aus dem Blick zu verlieren.

Was gelingt trotz der aktuellen Belastung?
Welche Fähigkeiten bringen Sie mit?
Was hat Ihnen früher geholfen?
Welche Menschen unterstützen Sie?
Welche Interessen sind noch da?
Was gibt Ihnen Kraft oder Orientierung?
SOZIALE TEILHABE

Auch Beziehungen gehören zum Alltag.

Rückzug, Unsicherheit oder Schwierigkeiten mit Kommunikation und Abgrenzung können soziale Beziehungen beeinflussen.

In der Einzeltherapie können konkrete Situationen reflektiert, vorbereitet und mögliche Handlungsstrategien erarbeitet werden.

Dabei können beispielsweise Kommunikation, Bedürfnisse äußern, Grenzen setzen, Konfliktsituationen oder die schrittweise Wiederaufnahme sozialer Aktivitäten eine Rolle spielen.

ROLLEN & ERWARTUNGEN

Manchmal versucht ein Mensch, zu viele Rollen gleichzeitig perfekt zu erfüllen.

Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer, Elternteil, Partnerin oder Partner, Angehörige oder Angehöriger, Freundin oder Freund – im Alltag tragen wir häufig mehrere Rollen gleichzeitig.

Gemeinsam können wir betrachten, welche Erwartungen damit verbunden sind, welche davon realistisch sind und wo Entlastung oder eine neue Priorisierung notwendig sein könnte.

ERGOTHERAPIE & PSYCHOTHERAPIE

Unterschiedliche Aufgaben.
Ein gemeinsames Ziel.

Ergotherapie ist keine Psychotherapie und ersetzt keine psychotherapeutische oder ärztliche Behandlung.

In einer Psychotherapie können psychische Erkrankungen, innere Prozesse, Erfahrungen und deren Zusammenhänge intensiv therapeutisch bearbeitet werden.

Die Ergotherapie richtet ihren Blick besonders darauf, wie sich psychische Belastungen auf konkrete Tätigkeiten, Rollen und den Alltag auswirken.

Wir können selbstverständlich über Erfahrungen, Belastungen und Hintergründe sprechen, wenn sie für die aktuelle Situation relevant sind. Mein ergotherapeutischer Schwerpunkt liegt jedoch darauf, gemeinsam Möglichkeiten für den heutigen Alltag zu entwickeln.

Wir sprechen – aber wir planen, probieren, üben und handeln auch.
ANGEHÖRIGE

Unterstützung, wenn sie gewünscht ist.

Auf Wunsch können Angehörige oder andere wichtige Bezugspersonen in die Behandlung einbezogen werden.

Dies kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn es um Unterstützung im Alltag, Tagesstruktur oder den gemeinsamen Umgang mit Rückzug und Belastung geht.

Ob und in welchem Umfang Angehörige beteiligt werden, wird individuell und gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten entschieden.

HAUSBESUCHE

Manchmal zeigt sich die Schwierigkeit am deutlichsten dort, wo Alltag stattfindet.

Bei entsprechender ärztlicher Verordnung sind auch Hausbesuche möglich.

Gerade bei Schwierigkeiten mit Tagesstruktur, Selbstversorgung, Haushalt oder Alltagsorganisation kann es hilfreich sein, die konkrete Situation im persönlichen Lebensumfeld zu betrachten.

Hausbesuche in Zwickau · Glauchau · Crimmitschau
DER ABLAUF

Wie beginnt die Behandlung?

Am Anfang steht nicht ein fertiges Therapieprogramm, sondern zunächst Ihre persönliche Situation.

01
ANAMNESE

Was beschäftigt Sie gerade?

Im ersten Gespräch geht es um Ihre aktuelle Situation, Beschwerden, Ihren Alltag und darum, welche Bereiche momentan besonders schwierig sind.

02
BEFUNDERHEBUNG

Wie wirkt sich die Belastung auf Ihren Alltag aus?

Wir betrachten unter anderem Tagesstruktur, Antrieb, Interessen, Selbstständigkeit, Belastbarkeit, Konzentration, soziale Teilhabe, Stressoren und vorhandene Ressourcen.

03
ZIELE

Was soll sich verändern?

Gemeinsam formulieren wir Ziele, die zu Ihrer persönlichen Situation passen.

Wenn ein Ziel im Moment zu groß ist, unterteilen wir es in kleinere Schritte.

04
THERAPIE

Ausprobieren und ins Handeln kommen.

Abhängig von Ihren Zielen können Gespräche, praktische Tätigkeiten, Strukturierung, Aktivitätsaufbau, kognitives Training, Stressmanagement, Entspannungsverfahren oder andere ergotherapeutische Inhalte kombiniert werden.

05
REFLEXION

Was funktioniert – und was braucht Veränderung?

Therapieziele sind nicht in Stein gemeißelt. Wir schauen regelmäßig gemeinsam, was hilfreich ist, was sich verändert hat und ob die Behandlung angepasst werden sollte.

MÖGLICHE THERAPIEZIELE

Was soll in Ihrem Alltag wieder möglich werden?

„Morgens wieder in den Tag finden.“
„Meinen Haushalt Schritt für Schritt bewältigen.“
„Wieder regelmäßig etwas für mich tun.“
„Mich länger konzentrieren können.“
„Meine Woche strukturieren, ohne mich zu überfordern.“
„Wieder einem Hobby nachgehen.“
„Meine Belastungsgrenzen früher erkennen.“
„Wieder mehr Kontakt zu anderen Menschen haben.“
„Berufliche Anforderungen schrittweise wieder bewältigen.“
WENN ES MAL NICHT VORWÄRTS GEHT

Entwicklung verläuft
nicht immer geradlinig.

Ein schwieriger Tag oder eine belastende Phase bedeutet nicht automatisch, dass bisherige Fortschritte verschwunden sind.

Gemeinsam können wir betrachten, was sich verändert hat, welche Anforderungen gerade zu groß sind und welche Strategien in der aktuellen Situation hilfreich sein können.

Manchmal muss ein Ziel angepasst, ein Schritt kleiner gemacht oder vorübergehend mehr Entlastung eingeplant werden.

MEINE HALTUNG

Jeder Mensch geht seinen eigenen Weg.

Mir ist wichtig, dass ein Mensch sich selbst sieht, wenn er in den Spiegel schaut – und nicht nur seine psychische Erkrankung.

Eine Diagnose kann helfen, Beschwerden zu verstehen. Sie sollte aber nicht zum Maßstab dafür werden, wer ein Mensch ist oder was ihm noch möglich ist.

Jeder Mensch bringt eigene Stärken und Schwächen, Erfahrungen, Interessen und Bedürfnisse mit. Deshalb gibt es auch nicht den einen richtigen Weg, der für alle funktioniert.

In meiner Therapie findet keine Bewertung statt. Sie sollen sich ernst genommen, gehört und sicher fühlen und auf Augenhöhe behandelt werden.

Wir entscheiden gemeinsam, woran wir arbeiten, probieren Möglichkeiten aus und passen den Weg an, wenn etwas nicht funktioniert.

Wieder ins Handeln kommen – im eigenen Tempo.

INTERDISZIPLINÄRE ZUSAMMENARBEIT

Gute Behandlung darf gemeinsam gedacht werden.

Ergotherapie kann ein Baustein innerhalb einer umfassenderen Behandlung sein.

Hausärztinnen & Hausärzte
Psychiatrie
Psychotherapie
Weitere Fachärztinnen & Fachärzte
Psychosoziale Angebote
Weitere beteiligte Fachbereiche

Ein Austausch mit anderen Beteiligten erfolgt nur, wenn dies für die Behandlung sinnvoll ist und die erforderlichen Voraussetzungen beziehungsweise Einwilligungen vorliegen.

WICHTIGER HINWEIS

Keine psychiatrische Akut- oder Krisenversorgung

Meine ergotherapeutische Praxis ersetzt keine psychiatrische, psychotherapeutische oder medizinische Akut- und Krisenversorgung.

Bei einer akuten psychischen Krise oder wenn eine unmittelbare Gefahr für Sie selbst oder andere besteht, wenden Sie sich bitte an eine geeignete medizinische beziehungsweise psychiatrische Akutversorgung oder im Notfall an den Rettungsdienst.

DER WEG ZUR ERGOTHERAPIE

Sie haben eine Verordnung erhalten?

Ergotherapie kann ärztlich verordnet werden. Abhängig von der persönlichen Situation kann die Verordnung durch unterschiedliche Ärztinnen und Ärzte erfolgen.

Mit Ihrer Verordnung können Sie sich direkt bei mir melden. Anschließend vereinbaren wir einen ersten Termin, lernen uns kennen und besprechen, welche Ziele für Sie wichtig sind.

Wenn ein Hausbesuch erforderlich ist, muss dieser entsprechend auf der Verordnung berücksichtigt sein.

Kontakt aufnehmen
ERGOTHERAPIE · PSYCHIATRIE

Wieder ins Handeln kommen –
im eigenen Tempo.

Gemeinsam schauen wir nicht nur darauf, was gerade schwierig ist. Wir suchen nach dem, was noch da ist, was wieder möglich werden kann und welche kleinen Schritte zu einem Alltag führen, der sich wieder mehr nach dem eigenen Leben anfühlt.